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Ultraleichte Klettergurte: Gewicht sparen beim Klettern

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Kletterseil und Karabiner auf einem Seilsack am Felsfuß
Foto: Kody Dahl auf Unsplash

Kurz gesagt: Ultraleichte Sitzgurte wiegen laut Herstellern in Größe M rund 210 bis 310 Gramm, ein Allroundgurt wie der Petzl Corax rund 470 bis 520 Gramm. Das lohnt sich für Sportkletterprojekte, lange Zustiege, alpine Touren und Skitouren. Für Einsteiger und für alle, die viel im Gurt hängen, ist ein gepolsterter Allroundgurt mit verstellbaren Beinschlaufen die bessere Wahl.

Was macht einen Klettergurt ultraleicht?

Leichtgurte sparen Gewicht an drei Stellen: an der Polsterung, am Gurtband und an den Beschlägen. Statt dicker Schaumpolster verteilen dünne, breite Konstruktionen den Druck. Materialschlaufen bestehen oft aus Dyneema statt aus Kunststoff, und Schnallen sind kleiner oder fallen an den Beinschlaufen ganz weg.

An der Sicherheit wird dabei nicht gespart. Auch ein Leichtgurt muss die Norm EN 12277 erfüllen, Sitzgurte nach Typ C. Was sich ändert, sind Komfort, Verstellbarkeit und die Robustheit gegen Abrieb.

Leichtgurte im Vergleich

Modell Gewicht Gr. M (Hersteller) Einsatz laut Hersteller Besonderheit
Mammut Sender Light 213 g Leistungsorientiertes Sportklettern Größen XS–L von 191 bis 231 g
Petzl Sitta 275 g Technisches Klettern sehr dünner Hüftgurt und Beinschlaufen, EN 12277 Typ C
Petzl Hirundos 310 g Sportklettern Größen XS–L von 270 bis 330 g
Edelrid Prisma keine Herstellerangabe Sportklettern und alpines Sportklettern Dyneema-Materialschlaufen, Verschleißindikator, EN 12277 Typ C
Edelrid Prisma Guide 168 g Hochtouren, Skitouren Bein- und Hüftschlaufe komplett zu öffnen
Zum Vergleich: Petzl Corax 470–520 g (Gr. 1/2) Allround, Halle bis Klettersteig verstellbare Beinschlaufen, gepolstert

Die Gewichte stammen von den Seiten von Mammut, Petzl und Edelrid. Für den Prisma nennt Edelrid kein Gewicht, Händlerangaben schwanken. Wir lassen die Zahl deshalb weg.

Mammut Sender Light

Mit 213 g in Größe M ist der Sender Light der leichteste Gurt in unserer Übersicht. Mammut positioniert die Sender-Serie für leistungsorientiertes Sportklettern.

Petzl Sitta

Der Sitta wiegt laut Petzl 275 g in Größe M und hat einen sehr dünnen, flexiblen Hüftgurt und dünne Beinschlaufen. Petzl beschreibt ihn als leichten, technischen Gurt, der sich klein verpacken lässt.

Petzl Hirundos

Der Hirundos liegt mit 310 g in Größe M etwas höher. Er ist ein Sportklettergurt für alle, die Gewicht sparen wollen, ohne zum extremsten Modell zu greifen.

Edelrid Prisma und Prisma Guide

Der Prisma ist laut Edelrid einer der leichtesten Gurte seiner Art, mit vier Materialschlaufen aus Dyneema und einem roten Verschleißindikator im Gurtband. Der Prisma Guide (168 g in Größe M) ist für Hoch- und Skitouren gebaut. Hüftgurt und Beinschlaufen lassen sich komplett öffnen, so kannst du ihn auch mit Skiern oder Steigeisen anziehen.

Was du bei einem Leichtgurt aufgibst

  • Komfort beim Hängen: Weniger Polsterung merkst du, wenn du lange im Gurt hängst, etwa beim Ausbouldern von Kletterzügen, beim Abseilen oder an Hängeständen.
  • Verstellbarkeit: Bei manchen Leichtgurten sind die Beinschlaufen nicht verstellbar. Sie passen dann nur, wenn deine Oberschenkel genau in den Größenbereich fallen, und lassen wenig Spielraum für dicke Kleidung. Prüfe das im Datenblatt.
  • Materialschlaufen: Flexible, dünne Schlaufen sind leichter, stehen aber weniger vom Gurt ab als steife Kunststoffschlaufen. Probiere aus, ob du dein Material gut greifen kannst.
  • Abrieb: Dünnes Gurtband zeigt Verschleiß an den Einbindeschlaufen schneller. Kontrolliere sie regelmäßig. Ein Verschleißindikator wie beim Prisma hilft dabei.

Wann lohnt sich ein ultraleichter Gurt?

Für wen er sich lohnt

  • Sportkletterprojekte: Im Grenzbereich spürst du jedes Gramm, und der Gurt wird kaum belastet, solange du nicht stürzt oder ruhst.
  • Lange Zustiege und alpine Touren: Wenn der Gurt stundenlang im Rucksack liegt, zählen Gewicht und Packmaß.
  • Hoch- und Skitouren: Hier brauchst du einen Gurt, den du über Skischuhe oder Steigeisen anziehen kannst, wie den Prisma Guide.

Für wen eher nicht

  • Einsteiger: Im ersten Jahr hängst du viel im Gurt, beim Toprope, beim Ablassen und beim Üben. Ein gepolsterter Gurt mit verstellbaren Beinschlaufen ist dafür bequemer. Worauf du dabei achtest, steht in Klettergurt kaufen: Worauf achten?.
  • Viel Sichern im Klettergarten: Wer oft und lange sichert, profitiert von breiterer Polsterung.
  • Klettersteig: Hier ist Gewicht selten entscheidend. Ein Allroundgurt reicht. Was beim Set wichtig ist, liest du in unserem Überblick zu Klettersteigsets.

Auswahlkriterien für Leichtgurte

  1. Einsatz zuerst: Sportklettern, Alpin oder Skitour verlangen unterschiedliche Gurte. Ein Skitourengurt ist für Sportkletterstürze nicht die beste Wahl, ein Sportklettergurt nicht für Steigeisen gemacht.
  2. Passform vor Gewicht: Ein Gurt, der drückt oder rutscht, kostet mehr Kraft als 100 Gramm Mehrgewicht. Probiere an und häng dich probeweise hinein.
  3. Norm prüfen: EN 12277 Typ C für Sitzgurte, häufig zusätzlich UIAA 105.
  4. Materialschlaufen zählen: Für Mehrseillängen mit mobilen Sicherungen brauchst du eventuell mehr als vier.
  5. Lebensdauer einplanen: Petzl gibt für textile Produkte maximal zehn Jahre ab Herstellungsdatum an. Bei intensiver Nutzung kann die Lebensdauer deutlich kürzer sein.

Weitere Modelle findest du in unserer Kategorie Klettergurte. Ideen für leichte Touren am Fels liefert unser Überblick Outdoor-Klettern in Deutschland.

FAQ

Sind ultraleichte Klettergurte weniger sicher?

Nein, wenn sie nach EN 12277 zertifiziert sind. Sie müssen dieselben Normanforderungen erfüllen wie schwerere Gurte. Weniger Material bedeutet aber weniger Polsterung und oft eine geringere Reserve gegen Abrieb, deshalb solltest du sie regelmäßig kontrollieren.

Wie viel wiegt ein ultraleichter Klettergurt?

Die leichtesten Sportklettergurte wiegen laut Herstellern in Größe M etwa 210 bis 310 Gramm, zum Beispiel der Mammut Sender Light mit 213 g und der Petzl Sitta mit 275 g. Reine Alpin- und Skitourengurte wie der Edelrid Prisma Guide liegen noch darunter.

Ist ein ultraleichter Gurt für Anfänger geeignet?

Eher nicht. Einsteiger hängen viel im Gurt und profitieren von Polsterung und verstellbaren Beinschlaufen. Ein Leichtgurt lohnt sich, wenn du deine Bedürfnisse kennst und Gewicht wirklich einen Unterschied macht.

Wie lange hält ein Leichtgurt?

Petzl gibt für textile Produkte maximal zehn Jahre ab Herstellungsdatum an, bei häufiger Nutzung deutlich weniger. Sortiere den Gurt aus, wenn die Einbindeschlaufen sichtbar verschlissen sind oder ein Verschleißindikator erscheint.

Fazit

Ein ultraleichter Gurt ist ein Spezialwerkzeug. Für schwere Sportkletterprojekte bieten sich der Mammut Sender Light oder der Petzl Sitta an, für Hoch- und Skitouren der Edelrid Prisma Guide. Wer gerade anfängt oder viel im Gurt hängt, ist mit einem gepolsterten Allroundgurt besser beraten und kann später umsteigen.