Die 5 besten Crashpads 2026 im Vergleich
Kurz gesagt: Für den Einstieg reicht ein mittelgroßes, leichtes Pad wie das Black Diamond Circuit oder das Ocun Paddy Sundance. Wer höhere Boulder oder steinige Landezonen angeht, braucht mehr Fläche und Dicke, etwa das Ocun Dominator FTS oder das Black Diamond Mondo, und meist ein zweites Pad. Wichtiger als das Modell ist, dass die Landezone lückenlos abgedeckt ist und jemand spottet.
Die fünf Crashpads im Überblick
Alle Angaben stammen von den Herstellerseiten, die Preise aus aktuellen Händlerangeboten (Stand Oktober 2026). Wo der Hersteller einen Wert nicht nennt, steht „k. A.“.
| Modell | Größe offen | Dicke | Gewicht | Schaumaufbau | Faltung | Preis (ca.) | Passt für |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Black Diamond Circuit | 121 × 90 cm | k. A. | 3,63 kg | PE-Schaum (geschlossenzellig) auf PU-Schaum | Hinge | 130–180 € | lange Zustiege, Einstieg |
| Ocun Paddy Sundance | 100 × 120 cm | 9 cm | 4,8 kg | 2 Schaumschichten | zweiteilig | 160–200 € | Einstieg, kleines Budget |
| Mad Rock Mad Pad 2026 | 122 × 91 cm | 12,7 cm | ca. 6,4 kg | 1-3-1-Sandwich: geschlossen/offen/geschlossen | k. A. | in DE selten gelistet (US-Preis 249 $) | Allround, mehrere Pads koppeln |
| Ocun Dominator FTS | 100 × 132 cm | 14,5 cm | 5,7 kg | FTS (Schaumstoffröhren im Pad) | zweiteilig, per Reißverschluss koppelbar | 305–350 € | höhere Boulder |
| Black Diamond Mondo | 153 × 121 cm | 12 cm | 7,23 kg | geschlossenzellige Deckschicht auf offenzelligem Schaum | k. A. | um die 400 € | große Landezonen, Highballs |
Das Mad Pad gibt Mad Rock in Zoll und Pfund an (48 × 36 × 5 Zoll, 14 lbs), die Werte oben sind umgerechnet.
Auswahlkriterien: Worauf kommt es bei einem Crashpad an?
Fläche: Wie groß muss die Landezone sein?
Die Fläche bestimmt, wie viel Fehler beim Fallen das Pad verzeiht. Ein Pad um 120 × 90 cm deckt bei einem kurzen, senkrechten Boulder die Landezone gut ab. Bei Quergängen, Überhängen oder wenn du seitlich wegkippen kannst, reicht das nicht. Dann brauchst du entweder ein großes Pad wie das Mondo oder zwei Pads nebeneinander.
Dicke: Wann reichen 9 cm, wann nicht?
Ein dünnes Pad ist leichter, schlägt bei harten Stürzen aber eher durch. Auf flachem, weichem Waldboden und bei niedrigen Bouldern reicht weniger Dicke. Bei steinigem Untergrund oder höheren Bouldern brauchst du mehr Reserve. Ocun gibt für seine Pads eine kritische Fallhöhe an: 2,2 m beim 9 cm dicken Sundance und 3,0 m beim 14,5 cm dicken Dominator FTS. Beide Werte hat Ocun nach dem eigenen HIC-400-Kriterium ermittelt, Angaben anderer Hersteller sind damit nicht direkt vergleichbar.
Die UIAA hat mit UIAA 161 eine eigene Norm für Crashpads. Ocun weist sie für das Sundance und das Dominator FTS aus. Bei den anderen Modellen nennen die Herstellerseiten keine Norm.
Gewicht: Wie weit ist der Zustieg?
Bei 20 Minuten Zustieg merkst du jedes Kilo. Das Circuit wiegt mit 3,63 kg nur halb so viel wie das Mondo mit 7,23 kg. Wenn du oft allein unterwegs bist, nimm lieber ein Pad, das du gut tragen kannst, und ergänze später.
Schaumaufbau: Warum mehrere Schichten?
Fast alle Pads kombinieren zwei Schaumarten:
- Geschlossenzelliger Schaum (oft PE oder EVA) oben ist fest. Er verteilt den Aufprall auf eine größere Fläche und verhindert, dass du mit der Ferse durchschlägst.
- Offenzelliger Schaum (oft PU) darunter ist weich und nimmt die Energie auf.
Das Mad Pad nutzt ein Sandwich aus 2,5 cm geschlossenzelligem, 7,6 cm offenzelligem und wieder 2,5 cm geschlossenzelligem Schaum. Beim Mondo liegt laut Black Diamond eine Schicht vernetzter, geschlossenzelliger Schaum auf offenzelligem Schaum. Ocun geht beim Dominator FTS einen anderen Weg und setzt Schaumstoffröhren ein, die laut Hersteller auch an den Rändern gut dämpfen sollen.
Offenzelliger Schaum wird mit der Zeit weicher. Wenn du den Boden durch das Pad spürst, ist es Zeit für ein neues.
Hinge, Taco oder Hybrid: Welche Faltung ist besser?
Die Faltung entscheidet, wie das Pad sich trägt und wie die Landefläche in der Mitte aussieht.
- Hinge (Scharnier): Zwei getrennte Schaumblöcke sind mit Stoff verbunden. Das Pad liegt flach und lässt sich kompakt falten. Nachteil: In der Mitte entsteht eine Fuge. Ein Stein darunter oder eine Landung genau auf der Fuge trifft auf weniger Schaum. Das Circuit ist laut Black Diamond so gebaut.
- Taco: Ein durchgehender Schaumblock wird in der Mitte gebogen. Es gibt keine Fuge, die Landefläche ist durchgehend. Nachteil: Der Schaum an der Biegestelle ermüdet mit der Zeit, und frisch ausgeklappt liegt das Pad nicht immer ganz flach.
- Hybrid: Die untere, weiche Schicht ist geteilt, die obere feste Schicht läuft durch. Das verbindet die kompakte Faltung mit einer Landefläche ohne Fuge. Organic Climbing beschreibt seine Big Pads zum Beispiel mit so einem „hybrid hinge“.
Die zweiteiligen Ocun-Pads gehen noch weiter: Die beiden Hälften lassen sich ganz trennen und neu kombinieren, beim Dominator FTS laut Ocun über Reißverschlüsse an Längs- und Querseite.
Für Einsteiger ist ein Hinge-Pad völlig in Ordnung. Leg die Fuge nur nicht genau dorthin, wo du am wahrscheinlichsten landest.
Ein Pad oder zwei?
Ein Pad reicht für kurze Boulder über ebenem Boden, bei denen du genau weißt, wo du landest. Zwei oder mehr Pads brauchst du, wenn:
- der Boulder quert oder du seitlich abrutschen kannst,
- im Sturzraum Steine, Wurzeln oder Kanten liegen,
- du an einem Highball unterwegs bist.
Der DAV empfiehlt in seinen Regeln fürs Bouldern draußen, Crashpads bündig und lückenlos in der Landezone zu platzieren, Hindernisse abzudecken und vor Highballs einen Risikocheck zu machen. Mehrere Pads in der Gruppe zu teilen ist deshalb oft sinnvoller als ein einzelnes Riesenpad. Das Mad Pad hat dafür zusätzliche Klett- und Schlaufenpunkte zum Koppeln, die Ocun-Pads haben ein System, um zwei Pads zusammen zu tragen.
Unsere Empfehlung nach Einsatz
- Erstes Pad, kurze Boulder: Black Diamond Circuit oder Ocun Paddy Sundance. Leicht genug für den Zustieg, günstig genug als Einstieg.
- Allround-Pad zum Koppeln: Mad Rock Mad Pad 2026, wenn du es zu einem fairen Preis findest.
- Höhere Boulder: Ocun Dominator FTS mit 14,5 cm Dicke.
- Große Landezonen: Black Diamond Mondo mit 153 × 121 cm Fläche, zum Beispiel bei Bergfreunde.
Was du außer dem Pad noch brauchst, steht in Boulderausrüstung komplett. Weitere Pads und Zubehör findest du in unserer Kategorie Boulderausrüstung. Wo du draußen bouldern kannst, zeigt unsere Übersicht zum Felsklettern und der Artikel über Felsgebiete in Deutschland. Achte dort auf lokale Regeln: In manchen Gebieten ist Bouldern eingeschränkt oder Magnesia verboten.
FAQ
Brauche ich ein Crashpad für die Boulderhalle?
Nein. In der Halle liegt unter allen Boulderwänden ein fest eingebauter Weichboden. Ein Crashpad brauchst du nur draußen am Fels.
Wie dick sollte ein Crashpad sein?
Für niedrige Boulder über weichem Boden reichen rund 9 cm, wie beim Ocun Paddy Sundance. Bei steinigem Boden oder höheren Bouldern ist mehr Dicke sinnvoll, etwa die 12 bis 14,5 cm von Mondo, Mad Pad oder Dominator FTS. Die Dicke ersetzt aber keine lückenlose Abdeckung und keinen Spotter.
Was ist besser, Hinge oder Taco?
Ein Hinge-Pad faltet sich kompakt und liegt flach, hat aber eine Fuge in der Mitte. Ein Taco-Pad hat eine durchgehende Landefläche, der Schaum an der Biegestelle ermüdet jedoch schneller. Hybrid-Pads mit durchgehender Deckschicht verbinden beides.
Wann muss ich mein Crashpad ersetzen?
Wenn der Schaum dauerhaft zusammengedrückt ist und du bei Landungen den Boden spürst, dämpft das Pad nicht mehr ausreichend. Prüfe auch den Bezug und die Gurte. Einen festen Zeitraum nennen die Hersteller auf ihren Produktseiten nicht.